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Konfliktlösung mit dem Kommunikationsquadrat



Das Kommunikationsquadrat des Kommunikationspsychologen Schulz von Thun eignet sich hervorragend, um Kommunikation sowie Missverständnisse zu analysieren. 


Dem Kommunikationsquadrat, auch 4-Seiten-Modell genannt, liegt die Annahme zu Grunde, dass jeder Informationsaustausch, jede einzelne Äußerung vom Sender einer Nachricht vier Botschaften enthält (vier Schnäbel) sowie seitens des Empfängers jede Äußerung nach vier Botschaften hin interpretiert werden kann (vier Ohren). 

Die vier Seiten definiert Schulz von Thun als Sachseite, Selbstoffenbarungsseite, Beziehungsseite sowie Appellseite.

Häufig kommen die vier Seiten der Nachricht jedoch nicht so bei dem Empfänger der Nachricht an, wie es der Sender bezweckt hat. Oft interpretiert der Empfänger die vier Seiten anders, als der Sender es beabsichtigt hatte. Hierdurch können sich Störungen und Spannungen entwickeln. 


Zu theoretisch? Hier ein praktisches Beispiel:

Mein Mann und ich sitzen im Auto. Ich fahre. 


Er sagt zu mir: „Die rechte Spur ist frei.“ 

Auf der Sachseite gibt er mir die Info: Die Spur ist frei. Auf der Selbstoffenbarungsseite sagt er: „Ich bin ein aufmerksamer Beifahrer“. 

Auf der Beziehungsseite: „Ich unterstütze Dich“. 

Die Aussage enthält zudem den Appell: „Wechsle doch die Spur“. 


Nun verstehe ich als Sender der Nachricht möglicherweise etwas ganz anderes. 


Auf der Sachseite verstehe ich ebenfalls: „Die rechte Spur ist frei“. 

Auf der Selbstoffenbarungsseite verstehe ich etwas anderes und denke er möchte mir damit sagen: „Ich fahre besser als Du!“ 

Auch auf der Beziehungsseite verstehe ich: „Du brauchst mich und meine Hilfe zum Autofahren“. 

Ich höre den Appell: „Wechsel die Spur doch endlich!“ 

So könnte durch eine unterschiedliche Interpretation ein Konflikt entstehen.

Wie können wir das Modell nun für uns nutzen, um Missverständnisse aufzuklären und Konflikte zu vermeiden?

Frage Dein Gegenüber, den Sender wie es gemeint ist und teile mit, wie es sich für Dich angehört hat, was Du verstanden und wahrgenommen hast.  


Beispiel: 

„Wenn Du mir sagst, dass ich die Spur wechseln soll, habe ich das Gefühl, dass Du mir nicht zutraust, dass ich sicher fahre.“

Du kannst das Modell zudem hervorragend nutzen, um Deine Kommunikation zu optimieren und für ein harmonisches Miteinander zu sorgen.

Hierzu frage Dich bei jeder Deiner Äußerungen, welche Botschaften Du bewusst und absichtlich sowie nebenbei sendest. 

1. Welche Information sende ich? 
2. Was teile ich über mich mit? 
3. Was sage ich über unsere Beziehung? 
4. Was wünsche ich mir von meinem Gegenüber? Woran appelliere ich? 


Frage Dich zudem, welche Botschaften Dein Gegenübers verstehen oder interpretieren könnte. 

5. Welche Information nimmt mein Gegenüber auf? 
6. Was lernt mein Gegenüber über mich? Wie sieht er/sie mich und meine Aussage? 
7. Welche Beziehungsbotschaft könnte mein Gegenüber interpretieren? 
8. Welche Aufforderung könnte mein Gegenüber verstehen? 

So minimierst Du Missverständnisse und Deine Kommunikation gestaltet sich harmonischer. 


Peace, Love & Harmony 

Deine Jasmin Laura 








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