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Gefühle als Wegweiser unserer Bedürfnisse

Zu allererst sind Wir nur Bedürfnisse. Bedürfnisse sind der Ausdruck unserer Lebensenergie. Wir streben nach Lust als Bedürfniserfüllung und vermeiden Unlust der Verhinderung der Bedürfniserfüllung. Als Baby wollen wir unsere Bedürfnisse nach Hunger, Durst, Schlaf und Nähe befriedigen. Wir fühlen ganz genau was wir brauchen. Mit der Zeit wird durch die Erziehung und Sozialisation wichtiger was wir brauchen sollten, wie wir uns verhalten dürfen. Wir verlieren den inneren Zugang zu unseren natürlichen Bedürfnissen. 

Innere Konflikte zwischen Brauchen, Wollen und Haben entstehen.

Brauchen wir etwas anderes als wir Haben, werden wir unglücklich, weil unsere Bedürfnisse nicht erfüllt sind. Wollen wir etwas anderes als wir haben und brauchen, weil unser innerer Zugang vernebelt ist, werden wir ebenso unglücklich und jagen falschen Zielen hinterher, die uns nicht erfüllen und unsere Bedürfnisse nicht befriedigen. 

Gefühle weisen uns den Weg hin zu unseren erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnissen.

Sind unsere Bedürfnisse erfüllt, fühlen wir uns wohl, glücklich, froh, entspannt, zufrieden, lebendig, liebevoll, neugierig, zuversichtlich. Sind unsere Bedürfnisse nicht erfüllt, fühlen wir uns gestresst, frustriert, traurig, hilflos, überfordert, unglücklich, verzweifelt, ängstlich, bedrückt oder besorgt. 

Um uns gut zu fühlen ist es somit essenziell, dass wir unsere Bedürfnisse erfüllen.

Grundlegend wird zwischen materiellen Bedürfnissen, wie Nahrung, Wasser oder auch ein Auto, und immateriellen Bedürfnissen, wie Friede, Sicherheit, Respekt, entschieden. 

Weiterhin kann zwischen Existenzbedürfnissen wie den Bedürfnissen nach Wasser, Nahrung, Schlaf; Grundbedürfnissen wie Gesundheit, Freiheit, einer Unterkunft, Gemeinschaft; Luxusbedürfnissen wie dem Bedürfnis nach schneller Fortbewegung, Macht und Prestige sowie Kulturbedürfnissen, also Bedürfnissen nach Bildung, Kultur und Kunst.  

Individualbedürfnisse können nur von einem Menschen alleine befriedigt werden, während Kollektivbedürfnisse nur von einer Gemeinschaft befriedigt werden können. Individualbedürfnisse sind beispielsweise das Bedürfnis zu Trinken, zu Schlafen und zu Essen. Kollektivbedürfnisse wie Liebe, Zugehörigkeit, Sicherheit, Friede, sind von einer Gemeinschaft abhängig. 

Eine genauere Betrachtung der menschlichen Bedürfnisse ermöglicht die Bedürfnispyramide des amerikanischen Psychologen Maslow. Die Pyramide der Bedürfnisse nach Maslow baut sich von unten nach oben auf. Ist die untere Ebene erfüllt, können wir zur nächst höheren aufsteigen. Heißt: Sind unsere physiologischen Bedürfnisse nach Nahrung, Schlaf, Sexualität ausreichend gestillt, sehen wir uns nach Sicherheit, Geborgenheit und Schutz. Empfinden wir uns als sicher, ist diese Stufe erfüllt, gehen wir weiter und erheben soziale Bedürfnisse nach Liebe, Akzeptanz, Freundschaft, Austausch. Als nächstes folgt Stufe Vier, das Bedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung und zum Schluss auf Stufe Fünf das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Entfaltung. Dies ist das oberste Ziel, das höchste Bedürfnis. Das Bedürfnis nach Glück, Harmonie, Ausgeglichenheit und innerer Ruhe. Später ergänzte Maslow die Bedürfnispyramide um die sechste Stufe „Transzendenz“. 

Wie kannst Du einen Zugang zu Deinen Bedürfnissen erhalten?

Um Deine Bedürfnisse zu erfüllen ist es notwendig, dass Du diese zunächst einmal wahrnimmst. 


Deine Gefühle weisen Dich darauf hin, wenn eines oder mehrere Deiner Bedürfnisse nicht erfüllt sind. 


Sobald Du negative Gefühle wie Wut, Frustration, Angst oder Sorgen fühlst schau hin wo diese herkommen. 

Was brauchst Du, um Dich besser zu fühlen? 


So kommst du Deinen Bedürfnissen auf die Schliche. 


Manche Bedürfnisse kannst Du selber erfüllen. Versuche so schnell wie möglich aktiv etwas zu tun. 


Du trägst die Verantwortung für Deine Gefühle und Deine Bedürfnisse. 


Manchmal kommen wir alleine nicht weiter, beispielsweise, unser Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung kann nur durch eine weitere Person erfüllt werden. Dennoch trägst weiterhin Du die Verantwortung für Deine Gefühle und Deine Bedürfnisse. Benötigst Du Unterstützung, bitte Dein Gegenüber aktiv darum. „Ich fühle mich ....., weil ich ...... brauche. Könntest du bitte .....“ oder „Ich bin ....., weil mir/für mich ..... wichtig ist“. 

Hier ist es für eine harmonische Kommunikation und Beziehung elementar, dass Du bei der Formulierung bei Dir bleibst. Beispielsweise wird durch folgende Äußerung die Verantwortung auf das Gegenüber geschoben: „Ich bin traurig, weil Du mich nicht genug liebst.“ Dabei sind wir für unsere Gefühle und die Erfüllung unserer Bedürfnisse zuständig und das Gegenüber kann auf diesen Vorwurf nur mit einer Verteidigung oder einem Gegenangriff reagieren. So oder so verlieren beide. Mit der folgenden Formulierung sähe die Situation anders aus: „Ich bin traurig, weil ich Liebe und Wertschätzung brauche. Mir ist es wichtig, dass wir gemeinsam Zeit verbringen und uns körperlich nah sind. Könntest du mich bitte umarmen? Mir wäre es zudem wichtig, wenn wir den Abend zusammen verbringen und uns durch Gespräche wieder näher kommen.“ 

Strategien zur Bedürfniserfüllung

Oft besitzen wir ganz klare Strategien für unsere Bedürfniserfüllung. Wir brauchen Liebe, also soll uns der/die Partner/in sagen, dass er/sie uns liebt. Allerdings ist unser Gegenüber keine Marionette und möchte möglicherweise etwas anderes als wir. Unser/e Partner/in möchte vielleicht mehr Aktion statt trauter Zweisamkeit. 


Zum Glück gibt es unendlich viele Strategien, wie ein Bedürfnis erfüllt werden kann. 


Gegensätze können durch die Betrachtung der dahinter liegenden Bedürfnisse aufgelöst werden. Sehnt sich eine Partei nach Liebe und Zweisamkeit, die andere Partei nach Aktion wäre beispielsweise ein sportlicher Ausflug mit anschließendem Candle-Light-Dinner denkbar. 


Aber dies müssen die Parteien für sich selbst herausfinden. 


Von Außen kann keine Lösung vorgegeben werden, mit der beide Parteien zufrieden sind. 

Kommunikation der Bedürfnisse

Manchmal besitzen wir ganz klare Vorstellungen von dem was wir brauchen oder eben nicht brauchen. Hier ist es wichtig Klarheit zu schaffen und genau dies zu kommunizieren. Bei der Kommunikation ist die Formierung essenziell. Stellen wir eine unklare Forderung, treffen wir eher auf Ablehnung. Auf eine klare und konkrete Bitte reagiert unser Gegenüber eher mit Verständnis. 

Sagen wir beispielsweise zu unserem Gegenüber: „Lass mich in Ruhe!“, reagiert dieses mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Ablehnung, Unverständnis, Verteidigung oder Angriff. Sagen wir stattdessen: „Ich brauche 5 Minuten Pause und Ruhe, um mich gedanklich zu sammeln und wieder klar zu werden. In 5 Minuten können wir gerne weiter reden!“ kann unser Gegenüber verstehen was in uns vor geht und was wir brauchen und wird eher auf unsere Bitte eingehen. 


Ebenso kannst Du Deinem Gegenüber empathisch gegenüber treten. Sagt Dir Dein/e Partner/in beispielsweise: „Lass mich in Ruhe!“  kannst du empathisch durch Paraphrasieren darauf reagieren: „Bist Du aufgebracht und emotional aufgewühlt und brauchst ein paar Minuten für Dich, damit Du wieder herunter fahren kannst?“. 

Findest Du heraus, welche Bedürfnisse hinter Deinem Gefühlen stehen, verstehst Du Dich selbst und die Situation besser. Aus dieser Position heraus ist es einfacher zu handeln und etwas zu verändern, damit Du Dir Deine Bedürfnisse erfüllen kannst.

Findest Du heraus, welche Bedürfnisse hinter Deinem Gefühl stehen, verstehst Du Dich selbst und die Situation besser. Aus dieser Position heraus ist es einfacher zu handeln und etwas zu verändern- für Dich und Deine Bedürfnisse einzustehen. 


Du trägst die Verantwortung für Deine Bedürfnisse, Deine Gefühle und die Gestaltung Deiner Beziehungen. 


Du erhältst die Möglichkeit dein Leben und Deine Beziehungen durch Kommunikation Deiner Bedürfnisse zu gestalten. 


Reflektiere Deine Wahrnehmung, Deine Gefühle und schaue, welche Bedürfnisse dahinter stehen. Was brauchst Du? Und wie kannst Du dies erreichen? 


Was braucht (wenn in der Situation vorhanden) Dein Gegenüber? Sind Eure Bedürfnisse vereinbar? 


Formuliere in Ich-Botschaften Deine Bedürfnisse und konkreten Bitten. 


Distanziere Dich von vorgefertigten Strategien und sei kreativ- die Lösungen sind vielfältig! 


Dies ist ein Schritt hin zur Gestaltung eines harmonischen Lebens und harmonischer Beziehungen. 



Peace, Love & Harmony 


Deine Jasmin Laura 




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