· 

Negative Gefühle als Herausforderung



In meinen Mediationen und Konfliktcoachings erlebe ich es häufig, dass die Medianten keinen richtigen Zugang zu ihren Gefühlen besitzen. 

Grund ist teilweise der gedachte Zwang positiv zu denken, positiv zu sein, sein Höheres Ich zu entwickeln und zu sein.

Alle möchten aktuell im Higher Self, dem Licht-Ich, derbestenVersion ihrer Selbst sein. 

Die Theorie: Positive Gedanken ziehen positive Veränderungen an - Negative Gedanken ziehen Negative Erfahrungen an.

Wenn du glücklich sein möchtest, dann sei glücklich. Ich bin ein sehr positiver, resilienter und glücklicher Mensch. Aber nicht auf Zwang und nicht durch Ignoranz der Dinge, die nicht so optimal laufen. Und das ist auch gut so! Würde immer alles „perfekt“ sein, würden wir vor keiner einzigen Herausforderung mehr stehen. Und gerade die benötigen wir, um uns weiter zu entwickeln. 

Aber dies funktioniert nicht, indem die wahren Gefühle unterdrückt und einfach durch positivere ersetzt werden.

Unterdrückung wichtiger Gefühle wie Wut, Trauer, Angst sorgt dafür, dass Menschen unglücklich werden. 
Auch die als negativ empfundenen Gefühle sind wichtig und gehören zu einem glücklichen Leben dazu.

Glück kann nur erfahren, wer auch Unglück kennt.

Mir hilft es „negative“ Gefühle gar nicht erst als negativ, sondern als herausfordernde Gefühle zu benennen und zu betrachten. 

Die als herausfordernd empfundenen Gefühle sind unglaublich wichtige Wegweiser und zeigen uns, wo eine Differenz unseres Ist-und-Soll-Zustandes existiert. Sie zeigen uns, in welchem Bereich unsere Werte und Bedürfnisse nicht erfüllt sind. 

Diese wegweisenden Gefühle zu unterdrücken und blind durch positive zu ersetzen bringt maximal kurzfristigen Erfolg, wenn nicht analysiert und reflektiert wird, woher diese Gefühle kommen und keine Strategie entwickelt und verfolgt wird, um die Ursache zu verändern 

1. Akzeptanz

Der erste Schritt ist es das Gefühl zu akzeptieren.

Es ist vollkommen okay und absolut menschlich, nicht ständig glücklich, zufrieden, liebevoll zu sein.

Es ist vollkommen okay traurig zu sein, zu weinen oder wütend zu sein. 

2. Distanz

Der zweite Schritt ist es, das Gefühl zwar anzunehmen, aber sich ebenfalls davon zu distanzieren:

Jedes Gefühl gehört zu dir, aber du bist nicht das Gefühl.

Du erlebst dieses Gefühl.

Jedes Gefühl ist vergänglich.

Das Gefühl ist nicht du, es zeigt dir jedoch deinen Weg. 

3. Befreiung

Der dritte Schritt ist, die Energie die mit den Gefühlen verbunden ist zu befreien.

Weine, wenn du traurig bist.

Power dich aus, wenn du wütend bist.

Lache, wenn du glücklich bist. 

4. Analyse

Der vierte Schritt ist, das Gefühl zu analysieren.

Woher kommt es?

Was fühlst du?

Welches Bedürfnis wird gerade nicht erfüllt?

Was kannst du tun? 

Bist du beispielsweise traurig, weil wir uns einsam fühlen, hilft es uns nicht uns einzureden,dass wir glücklich sind, sondern wir müssen hinschauen woher dieses Gefühl kommt.

Warum fühlst du dich traurig?

Welches Bedürfnis wird nicht erfüllt?

Was kannst du tun oder was kann jemand anderes tun, damit dieses Bedürfnis erfüllt wird? 



Falls Dir diese Anleitung zum Selbstcoaching nicht ausreichend weiterhilft, weil Dein Konflikt schon zu verzwickt ist, unterstütze ich Dich sehr gerne im Rahmen eines Konfliktcoachings oder einer Mediation. 



Peace, Love & Harmony, 

Deine Jasmin 









Kommentar schreiben

Kommentare: 0