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Konfliktfeld: Haushalt

In diesem Blogartikel geht es um eines der häufigsten Streitthemen von Paaren: Den Haushalt. 

Es werden Konfliktursachen, Konfliktkonstellationen und Lösungsansätze vorgestellt. 




„Hausarbeit ist Frauensache!“ 


„Immer muss ich alles machen!“ 


„Meine Partnerin ist das pure Chaos!“ 


„Er/Sie muss doch sehen, dass gesaugt werden muss!“ 


„Ich muss putzen!“ 


„Mein Partner macht nichts im Haushalt. Naja, gut, er macht was, aber nicht gut genug!“ 


„Ich wünsche mir Gleichberechtigung in der Partnerschaft und somit auch im Haushalt!“ 


„Er bringt maximal den Müll herunter- aber auch nur, wenn ich ihn daran erinnere!“ 




Kommen Dir diese Sätze bekannt vor?


In meinen Konfliktcoachings ist es DAS Thema: Mein Partner macht nichts oder zu wenig im Haushalt. 



Der Haushalt ist das Konfliktthema Nummer 1


Der Haushalt ist in vielen Paarbeziehungen das Konfliktthema Nummer 1. Vordergründig geht es um den Haushalt, Putzen, Einkaufen, Rasen mähen, Müll herausbringen. 


Aber wie so oft lauern hinter diesen Themen tiefergehende Gefühle, Bedürfnisse, Werte, Normen, Glaubens- und Denkmuster. 


Für eine harmonische Paarbeziehung sollte -wie ich es immer wieder sage- nicht nur der akute Konflikt, sondern auch die dahinterstehenden Dinge geklärt werden. 



Anhand meiner Erfahrung als Mediatorin und Konfliktcoach habe ich durch die Begleitung von Paaren in den letzten Jahren drei verschiedene Konstellationen beobachtet: 



  1. Unterschiedliche Rollenbilder/Glaubenssätze: Der Partner sieht Haushalt als Frauenaufgabe. 
  2. Unterschiedliche Anforderungen: Der/die Partner/in macht die Aufgaben (aus Sicht des Partners) nicht gut/gründlich genug. 
  3. Gleichberechtigung und Augenhöhe: Jeder übernimmt Aufgaben. Konflikte können aber dennoch entstehen. 



Erkennst Du Dich bei einer der 3 Konstellationen wieder? 



Im Folgenden gehe ich kurz auf diese Konstellationen ein und kläre auf, wie der entsprechende Konflikt angegangen werden sollte. 



Konstellation: Rollenbilder


Hier ist es, wie bei jeder Konfliktanalyse, wichtig bei beiden Seiten in die Empathie zu gehen. 


Bei der Selbstempathie kannst Du Dich fragen: 


Wie nehme ich die Situation wahr? 

Wie fühle ich dabei? 

Was brauche ich? 



Bei der Empathie für Deine/n Partner/in kannst Du Dich fragen: 


Was nimmt mein/e Partner/in wahr? 

Was fühlt er/sie?

Was braucht er/sie? 

Was steckt hinter diesen Glaubenssätzen? 

Anschließend solltet ihr unbedingt in einen Austausch gehen. 



Erzählt einander, wie sich die Situation gestaltet, was ihr fühlt und braucht. 


Geht gemeinsam die Glaubensmuster an. 

Haushalt ist Frauensache. 

Ist das wirklich so? 

Wie kommst Du/er/sie zu dieser Annahme? 

Was macht dieser Glaubenssatz für mich leichter oder schwerer? 


Wie fühlt sich der Partner und die Partnerin dabei? 

Dies Klärung kann ganz zu zweit ziemlich herausfordernd sein, aber ganz wunderbar im Rahmen einer Mediation geklärt werden - auch online. 



Konstellation: Unterschiedliche Anforderungen


Hier ist oft das Thema, dass beide Partner zwar im Haushalt zusammenarbeiten, aber einer der Auffassung ist, dass der/die andere seine/ihre Aufgaben nicht angemessen erfüllt. 


Hier gilt es bei beiden Seiten die Wahrnehmung und Bedürfnisse zu analysieren. Häufig hat ein Partner ein höheres Bedürfnis nach Ordnung/Sauberkeit als der andere. 


Es ist wichtig die eigene Haltung zu hinterfragen und Konfliktursachen zu behandeln. 


Weg von Richtig und Falsch, weg vom Verurteilen und Bewerten und hin zur Akzeptanz und Einigung. 


Was nehme ich wahr? 

Was fühle ich? 

Was brauche ich? 

Warum ist mir die Ordnung/Sauberkeit so wichtig? 


Wie ist dies aus der Perspektive meines Partners? 

Wie wichtig ist meinem Partner die Ordnung/Sauberkeit? 

Wie können unterschiedliche Ansprüche, Erwartungen und Bedürfnisse vereint werden? 


Das geht in einer Mediation, aber auch nur mit einer Seite im Konfliktcoaching ideal. 



Bei der Konstellation: Gleichberechtigung & Augenhöhe


Auch hier können auch Konflikte entstehen. Hier ist meine eigene Ehe das beste Beispiel. 


Wir haben immer wieder Erwartungen und Anforderungen, die wir nicht kommunizieren. Wir erwarten, dass unser Gegenüber das selbe wahrnimmt wie wir. 


„Er/Sie muss das doch sehen!“. 


Aber wir alle nehmen die Welt unterschiedlich wahr, konzentrieren und auf andere Dinge. 


Beispielsweise schaut einer beim Laufen auf den Boden und ärgert sich über die Krümel, der andere blickt nach vorne oder oben und freut (oder ärgert) sich über die sauberen Fenster. 



Hier ist wie immer der erste Schritt: 

Selbstempathie, dann Fremdempathie. 


Gefühle wahrnehmen, Bedürfnisse reflektieren, in die Empathie gehen - was nehme ich wahr, was fühle ich, was brauche ich- und überlegen was sieht, fühlt und braucht mein Gegenüber. 


Wo liegen Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede? Wie können diese vereint werden? 


Die Konfliktlösung liegt anschließend sehr nahe. 



Das Wörtchen MUSS


Und noch eine kleine Anmerkung zum MUSS. 


„Ich MUSS putzen, ich MUSS aufräumen.“ 


Mir rutscht es auch manchmal heraus- das gebe ich gerne zu. 


Aber dann werde ich sofort wach- ich MUSS? 


Tatsächlich? Zwingt mich jemand? Nö! 

Gibt es Alternativ? Aber Hallo! 


Ich MÖCHTE, dass die Wohnung schön sauber und aufgeräumt ist, weil ICH mich dann wohl fühle und entspannen kann. 


Wenn ich wirklich keine Lust habe, dann kann ich es lassen. Wetten, dass es nicht weg rennt?! 


Und wenn ich öfters keine Lust habe, dann könnte ich meinen Mann bitten mehr einzuspringen und ich erledige im Gegenzug andere Gemeinschaftsaufgaben oder eine Haushaltshilfe einstellen. 


Lösungen gibt es von allen Seiten. Möchte ich aber alles nicht. 


Ich MÖCHTE es selber machen, denn: es sortiert mich, es bringt mir Klarheit und ich brauche die Kontrolle, dass ich es selber mache. Zack: ganz andere Gedanken. Macht noch immer keinen Spaß? Na dann: Laute Musik oder einen spannenden Podcast an und GO! 



Hat Dir mein Artikel gefallen? 

Dann freue ich mich über einen Kommentar und Austausch! 


Alles Liebe,
Jasmin 










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