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Sag JA! zum Konflikt


Konflikte sind normal. Konflikte sind notwendig. Konflikte sind natürlich. Konflikte sind wichtig. 

Bam!


Viele Paare sind stolz darauf, dass sie selten oder nie streiten. Denn: die meisten Menschen sehen dies als gutes Zeichen für eine glückliche Beziehung an. Konflikte bzw. deren Ausbleiben werden häufig als Maßstab für Glück angesehen. In der Regel bedeutet dies allerdings, dass die Paare ihre Konflikte verdrängen oder ignorieren. 

Denn: Konflikte liegen in der Natur der Beziehung. Egal wie harmonisch eine Beziehung ist, es handelt sich immer noch um zwei Individuen, die unterschiedliche Wahrnehmungen, Meinungen und Bedürfnisse besitzen. Konflikte liegen also in der Natur der Beziehung. 


Zu sagen: „Wir haben keine Konflikte“ kann also nicht der Realität entsprechen und bedeutet meist, dass diese lediglich verdrängt oder ignoriert werden. Für viele eine passable Lösung. 

Für eine kurze Zeit kann diese Lösung auch aufgehen, aber nicht auf Dauer. 


Über kurz oder lang führt ein ungelöster Konflikt zu dem größten Unglück. Viele Paare schaffen diesen oberflächig zu verneinen, auf den ersten Blick scheint die Beziehung und Kommunikation tatsächlich harmonisch. Allerdings ist eine streitfreie Beziehung öfter ein Zeichen von Aggression und Ignoranz als von Liebe und Empathie. 


Bei zwei Menschen, von denen natürlicherweise jeder unterschiedliche Bedürfnisse hat, folgen unabdingbar Konflikte. 


Über das Glück in einer Beziehung oder Ehe entscheidet jedoch nicht das Vorkommen von Konflikten, sondern der Umgang mit diesen. 


Ignoranz, Verdrängung, egoistische oder gar gewalttätige Formen auf der einen Seite und Reflexion, Empathie, Offenheit und Aussprache auf der anderen. 


Konflikte zu akzeptieren und anzuerkennen ist der erste und wichtigste Schritt zu deren Lösung. 


Es wird Zeit Konflikte zu erlauben und nicht zu tabuisieren.



Sagen wir JA! zum Konflikt!


Nehmen wir ihn an, erkennen wir ihn an und gehen wir ihn an! 


Konflikte sind Störungen, ja, sie sind Belastungen, ja, und sie können eskalieren. Allerdings haben Konflikte tatsächlich neue positive Seiten als negative. Konflikte zeigen, wie Menschen miteinander umgehen und kommunizieren, sie zeigen wo der Umgang und die Kommunikation besser, d.h. Offener und emphatischer, gestaltet werden muss. Konflikte bieten also die Chance, nötige Veränderungen zu erkennen. Ein gelöster Konflikt verbessert und vertieft die Beziehung.   


Diese positiven Seiten eines Konfliktes werden durch Selbstempathie, Fremdempathie und entsprechende Kommunikation sowie Kooperationsbereitschaft eröffnet. 


Zunächst ist es wichtig sich selber zu verstehen. 

  • Was nehme ich wahr?
  • Was fühle ich? 
  • Was brauche ich? 


Weg von Schuldzuweisungen und Fehlersuchen - hier würden wir schnell zu den negativen Auswirkungen von Konflikten gelangen- und hin zum Verständnis für sich selber. Eine anschließende Öffnung dieser Selbsterkenntnisse ermöglicht dem Gegenüber sich hineinzuversetzen und zu verstehen. Die Empathie und die Beziehung werden vertieft. 


Ebenso wichtig ist dann das Sichhineinversetzen in das Gegenüber. 

  • Was nimmt mein Gegenüber wahr? 
  • Was fühlt er oder sie? 
  • Was braucht er oder sie? 
  • Bestehen Parallelen? 


Verstehe ich mein Gegenüber und versteht mein Gegenüber mich, dann sind beide Seiten eher bereit zu einer Lösung. 



Durch das Bearbeiten eines Konfliktes wird also IMMER auch die Beziehung und Verbindung bearbeitet und bestärkt.



Wunderbar oder? 





Alles Liebe, 

Deine Jasmin 











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