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Mediation und gewaltfreie Kommunikation


In diesem Artikel geht es um die Rolle der gewaltfreien Kommunikation in der Mediation.


Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine Kommunikationsmethode des Psychologen Marschall B. Rosenberg. 

Die gewaltfreie Kommunikation


Die Gewaltfreie Kommunikation, kurz GFK, aber auch harmonische Kommunikation, Giraffensprache oder Sprache des Herzens genannt ist eine Methode, welche die Interaktionspartner/innen zu einer Verbindung und einem Miteinander führen möchte anstatt einen Kampf und ein Gegeneinander zu begünstigen. 

Mediation

Eben dies ist auch das Ziel der Mediation: Eine Konfliktlösung auf Basis der Beziehungsklärung hin zur Erhaltung dieser. 

In der Mediation werden Konflikte über die Empathie gelöst. 

Empathie

Empathie ist das tragende Element der GFK. Die Selbstempathie und die Empathie für das Gegenüber. 

Gewaltfreie Kommunikation und Mediation gehen Hand in Hand ineinander über.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist die treibende Kraft in der Mediation, die Methodik, das Grundprinzip. 


Schließlich geht es in der Mediation darum einen Konsens zu finden - in der gewaltfreien Kommunikation geht es darum mittels Achtsamkeit und Respekt eine Verbindung durch Empathie zu schaffen. 


Erst durch die Methode der Gewaltfreien Kommunikation können wir hinter unsere kommunizierten Ziele, unsere Positionen blicken, auf unsere Bedürfnisse schauen und mit Blick auf diese unsere Ziele neu definieren. 


Dabei hilft die Mediation mittels der Methode der gewaltfreien Kommunikation nicht nur den aktuellen Konflikt zu lösen, wegen dem sich die meisten Klient/inne für eine Mediation entscheiden, sondern ebenfalls die Beziehungsqualität der Parteien zu verbessern. 


Sei es für das weitere Zusammenleben oder Zusammenarbeiten oder -wie bei einer Trennungs-/Scheidungsmediation- das Lösen eines Konflikts und Verbesserung der Beziehung zu Gunsten der Kinder und der nachfolgenden Kommunikation. 

Wie gelingt nun das Zusammenspiel aus GFK und Mediation?

In eine Mediation kommen üblicherweise mindestens zwei sich streitende Parteien- die Medianten. 


Jede dieser Partei hat ihre Ansicht und Meinung über den Konflikt und ihre feste Position: „Ich will, dass ...“ und nichts anderes! Positionen sind fest. Sie lassen kein Verhandeln und somit keine Konfliktlösung zu. Meist sehen die Medianten nur ihre Position und die damit verbundene Strategie. Was dahinter steht und dass es weitere Lösungsmöglichkeiten gibt sehen diese häufig nicht. 


Beharren beide Parteien auf ihrer Position, also ihrer Version der Konfliktlösung, dann kann keine Einigung gefunden werden, mit welcher beide Seiten zufrieden sind. 


Allerdings ist genau dies der Anspruch der Mediation: Eine Win-Win-Situation. Zufriedenheit auf beiden Seiten. 


Es gibt unendlich viele Erfüllungsstrategien und Positionen, aber Bedürfnisse sind bei jedem Menschen gleich. Durch die Gewaltfreie Kommunikation beginnt die Reflexion der Bedürfnisse hinter den Gefühlen und Positionen. 


„Warum will ich das, was ich will?“


Die Medianten kommen nicht nur in die Selbstempathie, sondern durch die Kommunikation dieser ermöglichen sie auch dem Gegenüber sie zu verstehen. 


Durch das reflektieren der dahinterstehenden Bedürfnisse, wird ein Zugang geschaffen, der den Parteien eine gegenseitige Empathie verschafft. 


Die Bedürfnisse aller Menschen sind gleich. Deren Ausprägung kann sich zwar unterscheiden, aber in einem gewissen Maß brauchen wir alle das selbe. Dieses Bewusstsein schafft eine Verbindung. 


Weiterhin ermöglicht die Rückbesinnung auf die Bedürfnisse ein deutlich weiteres Spektrum an Lösungsoptionen. 


Auf dieser Grundlage können Erfüllungsstrategien gefunden werden, welche die Bedürfnisse beider Konfliktparteien erfüllen. 


Innerhalb der Mediation schildern zu Beginn beide Konfliktparteien ihre Version der Geschichte. Ganz frei von Schuldzuweisungen, Fehlersuche, Beleidigungen. Es ist hier wichtig, dass sich die Medianten bei der Erzählung auf Ich-Botschaften beschränken, bei sich bleiben, um den Konflikt nicht noch weiter anzuheizen. Die Mediatorin oder der Mediator gibt in dieser Phase beiden Parteien so viel Zeit wie nötig ist, um den Ballast abzuladen, ihre Version zu erzählen, zu berichten. Hier bietet sich die Gewaltfreie Kommunikation an, um bereits den Prozess der Selbstempathie zu beginnen sowie zu fördern und dabei auch dem Gegenüber zu ermöglichen in die Empathie zu kommen. 


Anschließend werden die Bedürfnisse beider Parteien herausgearbeitet. Hier hat die Mediatorin oder der Mediator die Aufgabe den Medianten  unterstützend zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen die Bedürfnisse hinter den Positionen und Gefühlen zu erkennen und herauszuarbeiten. Dabei bietet sich die Gewaltfreie Kommunikation als Kommunikationsmethode an. Durch Anwendung dieser Methode werden den Medianten die eigenen Bedürfnisse öfters deutlich. 


Darauf aufbauend macht ein Perspektivwechsel Sinn. Hier versetzen sich die Parteien jeweils in das Gegenüber und versuchen sich emphatisch einzufühlen. Der Mediator oder die Mediatorin steuert diesen kreativ-empathischen Prozess mit seinem Methodenrepertoire. Auch hier kann die Anwendung der GFK die Kommunikation und vor allem die Fremdempathie deutlich verbessern. 


Im nächsten Schritt werden in Form eines Brainstorming alle denkbaren Lösungsoptionen gesammelt. Ganz ohne Bewertung, jeder Vorschlag, jede noch so kleine und vielleicht verrückte Idee ist willkommen. Die Aufgabe des Mediators liegt hier darin den Medianten zu helfen über den Tellerrand zu blicken und kreative Lösungen zu finden. Hier zeigen sich die weiteren positiven Auswirkungen der Anwendung der Giraffensprache. Mittels verschiedener Methoden kann der Prozess angeheizt werden. 


Die Lösungsoptionen werden nun sortiert, bewertet und geprüft. Lösungsoptionen mit denen BEIDE Parteien zufrieden sind, werden übernommen und anschließend festgehalten. In dieser Phase agiert die Mediatorin bzw der Mediator strukturierend und vermittelnd. 

Daran anschließend wird wieder die Selbstempathie der Medianten verlangt: „Bin ich mit der Lösung zu 100% zufrieden oder ist noch etwas offen? Was fühle ich in Bezug auf das Ergebnis? Was brauche ich?“



Ich hoffe, dass in diesem Blogartikel die Vernetzung zwischen Mediation und der gewaltfreien Kommunikation deutlich geworden ist. 



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Du findest weiteren Input auf meinem Instagramprofil und meinem Podcast. 



Alles Liebe, 

Deine Jasmin 












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