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Ziele, Vorteile und Nachteile einer Mediation


Was sind die Ziele, Vorteile und Nachteile einer Mediation? 


Dies erfährst Du in diesem Blogartikel sowie in der neuen Podcastfolge! 




Die Mediation stellt ein außergerichtliches, alternatives Verfahren der Konfliktbearbeitung und Konfliktlösung dar, welches nicht nur den Konflikt, sondern auch die Beziehung der Medianten (Teilnehmer der Mediation) klärt. 



Konfliktklärung ist Beziehungsklärung


Somit wird innerhalb der Mediation nicht nur der aktuelle Konflikt geklärt, sondern auch an der Beziehung der Teilnehmer/innen gearbeitet. Die Beziehung wird durch die Methodik der Mediation geklärt und gestärkt. Weiterhin werden die Medianten bei dem Aufbau der eigenen emotionalen Intelligenz, vor allem der Selbstempathie, Fremdempathie und Kommunikation, unterstützt. 

Eine Mediation verfolgt somit ein ganzheitliches Ziel. 


Von diesem Ziel, aber auch von dem Verfahren der Mediation selbst lassen sich die Vorteile ableiten. 



Vorteile einer Mediation


Einer der größten Vorteile der Mediation liegt in der Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit der Medianten. Diese sind und bleiben die Experten für ihren Konflikt und ihre Lösung, werden durch die Mediatorin auf dem Weg hin zu einer umfassenden Konfliktlösung professionell unterstützt. Dabei entscheiden die Medianten nicht nur über die Lösung, mit der alle Parteien zufrieden sein müssen, sie entscheiden auch über alle zu behandelnden Konfliktbereiche. Den Themen sowie Lösungen sind keine Grenzen gesetzt- anders als es das Gerichtsverfahren und die Bürokratie erlauben. Die Medianten bestimmen den Inhalt von sowie das Ergebnis. Es werden keine Lösungen von Dritten vorgegeben, mit denen eine oder gar beide Seiten unzufrieden sind, sondern Lösungen gefunden, die beide akzeptieren und somit den Konflikt als gelöst ansehen können. Das Ziel der Mediation ist eine Win-Win-Lösung. Es gibt keine Verlierer der Mediation, sondern nur Gewinner. Diese wirkliche Lösung und Herstellung von Zufriedenheit verschafft innere Ruhe sowie befreit die Beziehung der Medianten. 


Einer der wichtigsten Vorteile sind auch die deutlich geringeren Kosten einer Mediation im Vergleich zum Gerichtsverfahren und vor allem auch die Zeit. Eine Mediation kann meist innerhalb weniger Tage zustande kommen, die Termine sind flexibel und in der Regel kurzfristig vereinbar und somit kann auch zeitnah eine Lösung gefunden werden. Gerichtsprozesse ziehen sich meist über Jahre. Dies belastet die Betroffenen, deren Beziehung und verschärft den Konflikt. 


Zusammengefasst sind die Vorteile einer Mediation die folgenden: 


  • Ganzheitliche Lösung des Konflikts 
  • Klärung der Beziehung 
  • Stärkung der Beziehung 
  • Förderung der Selbstempathie 
  • Förderung der Fremdempathie 
  • Erlernen der empathischen Kommunikation 
  • Förderung der emotionalen Intelligenz 
  • Niedrigere Kosten 
  • Schneller Lösung 
  • Individuelle Lösung 
  • Unbürokratisches Verfahren 
  • Erreichung beidseitiger Zufriedenheit 
  • Verbesserung der Beziehung 
  • Miteinander statt Gegeneinander 
  • Lösung belastender Gefühle 
  • Bedürfniserfüllung beider Seiten 
  • Anregung der Reflexion 
  • Unterstützung zur zukünftigen eigenständigen Konfliktlösung 
  • Es gibt keine Verlierer 
  • Rechtschutzversicherungen tragen in der Regel die Kosten ebenso wie bei einem Anwalt oder Prozess 

Nachteile einer Mediation


Um dieses Thema komplett zu halten, möchte ich Dir die Nachteile einer Mediation natürlich nicht vorenthalten. 

Im Gerichtsverfahren und durch die Vertretung eines Anwalts wird der Konflikt scheinbar abgegeben. In der Mediation bleibt die Selbstverantwortung erhalten. Die Teilnehmer einer Mediation werden gefordert und gefördert. Sie müssen sich mit sich selbst und dem Konfliktpartner auseinandersetzen und auch bei der Lösung aktiv mitarbeiten und selber Entscheidungen treffen. 

Aufgrund der Freiwilligkeit der Mediation kann ebenfalls ein Nachteil entstehen und zwar, wenn eine Partei nicht zu einer Mediation bereit ist. Hier bleibt nach Aufklärung nur die  Möglichkeit einer Einzelmediation- auch Konfliktcoaching genannt. 

Diese Freiwilligkeit ermöglicht allerdings auch beiden Parteien und auch einer Seite jederzeit aus dem Mediationsverfahren auszusteigen. Dieses einseitige Aussteigen ist bei einer laufenden Klage oder einem Prozess nicht möglich. 

Eine Mediation erfordert Offenheit über die eigene Wahrnehmung, Gefühle und Bedürfnisse. Dies kann für die Teilnehmer befremdlich wirken und Ängste eines Missbrauchs der Offenheit hervorrufen. Angst, dass private, innere Dinge nach außen getragen werden könnten. Da die Verschwiegenheit allerdings im Mediationsvertrag festgehalten wird und diese beidseitig gefordert und gefördert wird, ist ein schrittweises und stückweises öffnen, ganz nach dem persönlichen Empfinden das Ziel. Niemand wird -zumindest in meinen Mediationen- dazu aufgefordert oder gar gedrängt Dinge zu sagen oder zu reflektieren, die zu weit gehen. Hier entscheiden die Medianten zu jeder Zeit wie viel sie sich öffnen möchten- nichts ist ein Muss und auch nicht jeder Konflikt erfordert zu seiner Lösung die selbe Offenheit. Das wichtigste ist mir, dass sich die Medianten zu jeder Zeit wohl fühlen. 


Ein weiterer Aspekt ist, dass innerhalb einer Mediation NICHT beraten werden darf. Was viele nicht wissen: Auch wenn der Mediator ein Anwalt ist, darf dieser keine Seite - auch beide zusammen- NICHT beraten. Heißt die Medianten sollten sich selber informieren. In manchen Fällen ist eine anwaltliche Beratung vorab nötig. Dies ist allerdings wie genannt auch der Fall, wenn ein Anwalt als Mediator tätig wird, da beide Verfahren zu trennen sind und eine Beratung die Verantwortlichkeit und Selbstbestimmung sowie Neutralität negativ beeinflussen würde. Informationsmaterial kann allerdings auch innerhalb der Mediation zur Verfügung gestellt werden. 

Zur Vollstreckbarkeit muss das Ergebnis von einem Notar beglaubigt werden. 



Zusammengefasst sind die Nachteile einer Mediation die folgenden: 


  • Verantwortung bleibt erhalten, kein Abgeben möglich 
  • Aktive Mitarbeit, Reflexion und Kommunikation sind nötig 
  • Freiwilligkeit als Voraussetzung kann Zustandekommen oder Fortsetzung verhindern 
  • Offenheit über das eigene Wahrnehmen, Empfinden und Brauchen ist wichtig 
  • Mediation und Beratung sind strikt zu treffen 
  • Möglicherweise ist eine vorherige Rechtsberatung nötig 
  • Zur Vollstreckbarkeit ist eine notarielle Beglaubigung nötig 


Sind Dir noch Fragen offen geblieben oder Dir fallen weitere Vorteile und Nachteile einer Mediation ein? Dann schreibe es mit gerne in die Kommentare! 


Hast Du Interesse an einer Mediation? 

Melde Dich gerne für ein unverbindliches und selbstverständlich kostenloses Telefonat. 


Alles Liebe, 

Deine Jasmin 




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