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Mediation & Rechtsberatung



In diesem Beitrag gehe ich auf die Frage ein, ob Anwälte die besseren Mediatorinnen sind sowie kläre, was die Aufgaben eines Mediator sind, wenn es nicht die Rechtsberatung ist. 


Die Mediation ist eine alternative Streitbeilegung und ist den Rechtsanwälten nicht vorbehalten. Theoretisch kann sich jeder Mediator nennen, aber nicht zertifizierter Mediator. Dieser Begriff ist gesetzlich geschützt und beinhaltet Vorgaben zur Qualifikation, Aus- und Weiterbildung. 


Die Mediation unterscheidet sich vom Rechtsverfahren, weil es hier nicht vordergründig um die Klärung des Rechts geht, sondern um die Klärung der Beziehung und Interessen. 




Statt rechtlicher Fragen stehen die Bedürfnisse der Mediant/innen im Mittelpunkt. Auch, wenn bei manchen Mediationen die Mediant/innen zunächst auf ihren rechtlichen Positionen beharren und diese nicht ignoriert werden. 


Das Recht findet durch die Informiertheit der Mediant/innen und findet Einbezug als Orientierungspunkt der Konfliktlösung. 


Hier wäre beispielsweise das Unterhaltsrecht innerhalb der Scheidungsmediation zu nennen. 

Dieses wird in der Mediation nicht ausgeklammert, sondern stellt einen wesentlichen Teil der Konfliktlösung dar. 


Rechtliche Fragen dürfen in der Mediation nicht beantwortet werden- egal, ob es sich bei dem Mediator um einen Rechtsanwalt oder nicht handelt. Beide Formen sind strikt zu trennen.





In rechtlich relevanten Konflikten können die Medianten allerdings ihre Anwälte in die Mediation hinzuziehen- ganz gleich, ob es sich bei dem Mediator um einen Rechtsanwalt handelt oder nicht. Beratung und Mediation dürfen nicht vermischt werden, dies würde den Grundsätzen der Mediation widersprechen. 

Aufgrund der Allparteilichkeit (§ 2 Abs. 3 MediationsG) und der Tätigkeitsbeschränkungen für Mediator/innen (§ 2 Abs. 2 – 4 MediationsG) dürfen diese in einem Konflikt nicht gleichzeitig mediieren und rechtlich beraten.

Im Mediationsgesetz ist somit vorgeschrieben, dass Mediation und Rechtsberatung von einander getrennt und nicht vermischt werden dürfen. 

Mediator/innen sind keine Rechtsberater/innen - auch nicht, wenn sie eine juristische Ausbildung besitzen. 


Hierdurch wird plausibel, warum es von diesem Punkt her keinen Unterschied macht sich eine/n Mediator/in auszusuchen der oder die ebenfalls als Rechtsberater/in tätig ist oder nicht. 



Was sind die Aufgaben einer Mediatorin oder eines Mediators, wenn es nicht die Rechtsberatung ist?



Die Aufgaben eines Mediators liegen darin die Mediant/innen darin zu unterstützen ihren Konflikt eigenständig zu lösen. Da das Mediationsverfahren ein festgelegtes, strukturiertes Verfahren der Konfliktlösung ist, leitet der Mediator dieses an. Da gesetzlich zertifizierte Mediatoren alle eine Ausbildung mit den selben Anforderungen absolviert haben, ist davon auszugehen, dass sie gleichermaßen das Verfahren beherrschen. 


Er unterstützt die Parteien bei der Reflexion ihrer Selbst, ihrer Gefühle und Bedürfnisse- zumal es eben um die Erfüllung der Bedürfnisse geht. 


Der Mediator bzw die Mediatorin fördert durch Kommunikationsmethoden somit die Selbstempathie und emotionale Intelligenz der Teilnehmer/innen. Ebenfalls fördert die Mediatorin bzw der Mediator durch entsprechende Methoden und Fragestellungen die Fremdempathie, also die Empathie für das Gegenüber- ebenfalls ein Element der emotionalen Kompetenz. Weiterhin fördert ein/e Mediator/in die Kommunikation zwischen den Parteien. Zumal das Ziel der Mediation nicht nur die Konfliktklärung, sondern auch die Beziehungsklärung darstellt, kommt der Kommunikation hier ebenfalls eine übergeordnete Rolle zu. Kommunikation und Beziehungsgestaltung sind ebenfalls zwei Teilfähigkeiten der emotionalen Intelligenz. 



Relevante Fähigkeiten eines Mediators


Folglich ist es weniger wichtig, ob ein/e Mediator/in einen juristischen Hintergrund besitzt, sondern viel wichtiger, dass diese/r Kommunikationsmethoden beherrscht, ein hohes Maß an Empathie besitzt, zur Reflexion und Empathie anregen kann und Beziehungen gestalten kann. Eine hohe emotionale Intelligenz, Moderationsfähigkeiten und Kenntnisse der Kommunikationspsychologie, Bindungspsychologie und Konflikt- sowie Beziehungsforschung sind einer/einem Mediator/in also deutlich mehr von Vorteil als eine juristische Ausbildung. 


Die Haltung des Mediators


Der Haltung des Mediators kommt neben den Qualifikationen ebenfalls eine hohe Rolle zu. Das Menschenbild des Mediators sowie das Verständnis von und über Konflikte sowie Beziehungen prägt das Mediationsverfahren immens. Die immere Haltung zeigt sich in Glaubenssätzen, Überzeugungen, Einstellungen, Emotionen, der Kommunikation und dem Verhalten. Die Haltung eines Mediators vorab in Erfahrung zu bringen, wäre ein wichtiges Maß bei der Auswahl desselben. Allerdings zeigt sich dieses häufig erst innerhalb des Verfahrens. 

Positive Emotionen führen zu einer positiven Haltung und diese wiederum zu Resilienz- dem Ziel der emotionalen Kompetenz. Eine positive Haltung ist zudem ein Zeichen emotionaler Intelligenz.

Die Haltung eines Mediators sollte also positiv sein und von einem positiven Menschenbild geprägt sein. Dieses zeichnet sich vor allem aus durch Anerkennung und Akzeptanz der Menschen und der natürlichen Unterschiede, einer Offenheit und Toleranz für ebendiese, ein empathisches und wertschätzendes Verhalten auf Augenhöhe gehören ebenso dazu. 

Authentizität ist dabei ebenso wichtig. Das Auftreten und Verhalten sollte kongruent sein, echt, ehrlich und authentisch. 


Zusammenfassend...


... lässt sich sagen, dass der Herkunftsberuf eines Mediators als eher unrelevant einzustufen ist.

Da eine Rechtsberatung strikt von einer Mediation zu trennen ist entstehen keine Vorteile, wenn eine Mediation bei einer Mediatorin oder einem Mediator mit juristischer Ausbildung gebucht wird.

Da die Haltung des Mediators, die emotionalen, empathischen und kommunikativen Kompetenzen für das Gelingen der Mediation elementar sind, sollte auf diese das Hauptaugenmerk gelegt werden.



Alles Liebe, 


Deine Jasmin 














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