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Freude statt Stress an den Feiertagen

Mit emotionaler Intelligenz glücklich statt gestresst durch die Feiertage! 

Konflikte unter dem Tannenbaum

An an den Feiertagen kochen die Konflikte hoch! Die meisten Konflikte eskalieren an Weihnachten und das obwohl wir uns doch nichts mehr als Frieden und Harmonie in dieser Zeit wünschen. 


Und genau da sitzt das Problem: die Erwartungen! 


Diese völlig überhöhten und unrealistischen Erwartungen, die wir an die Feiertage hegen, setzen uns so enorm unter Druck, führen zu Stress und zu Konflikten. 


Wir müssen den Stress und die Konflikte an der Wurzel packen- an den Erwartungen. 


Wir Eltern möchten unseren Kindern ein unvergessliches Weihnachtsfest bereiten. Bei diesem Wunsch prägen uns die Medien deutlich mit Bildern von perfekten Familien, in perfekter Kleidung, vor einem perfekten Tannenbaum und einem perfekt gedeckten Tisch. Aufgrund dieser Bilder neigen wir dazu uns das selbe zu wünschen. Wir wünschen uns eben so eine perfekte Familie und ein so perfektes Weihnachtsfest. Warum kann ich nicht das selbe haben? Warum ist meine Familie nicht so perfekt? Ach ja, wir sind echt.

Aber genau diese unrealistischen Erwartungen an Perfektion führen zu Druck und Konflikten. 

Was sind Deine Erwartungen? 

Häufig haben wir nicht nur Erwartungen an uns selbst, die Kinder, den Partner oder die Partnerin und das Fest, sondern auch an die Geschenke. „Wer mich kennt trifft meinen Geschmack!“

Aber ist das wirklich so? Geschmack ist so individuell! 

Und geht es überhaupt um Geschenke und das Bild das wir abbilden? Oder geht es um Verbundenheit und Gemeinsamkeit und Liebe? 


Was für Erwartungen hegst Du an die kommenden Feiertage? 


Rufe Dir bitte jetzt Dein Inneres Bild hoch. 


Hinterfrage nun Dein Inneres Bild. 

Wie realistisch ist Deine Erwartung? 


Wer macht das perfekte Essen? Werden die Kids wirklich so ruhig sitzen? Kann Dein/e Partner/in an diesem Tag wirklich Deine Gedanken lesen und ist er/sie für Deine Gefühle verantwortlich? Sind Geschenke wirklich so wichtig und zeigen sie Deinen Wert oder den Deiner Beziehungen? 


Konzentriere Dich im Vorfeld und auch an den Tagen selbst auf das was ist und wofür Du dankbar bist anstatt auf Erwartungen und Bilder, die völlig unrealistisch und am Ende auch unwichtig sind. Weihnachten ist ein Tag wie jeder andere und es zählt das große Ganze und nicht ein Tag. 


Denk immer daran, dass DU Dir den Stress machst. Stress kommt nicht von außen, sondern entsteht durch die eigene Bewerung. 


Was stresst Dich schon im Vorfeld? Das 5-Gänge-Menü, dass ihr kochen wollt? Dann fahre es herunter! Der Geschenke-Druck? Dann vereinbart euch nichts oder nur selbstgemachtes oder nur Zeit zu schenken. 


Fakt ist: An Weihnachten eskalieren die meisten Konflikte. Streit unterm Tannenbaum gehört mehr zur Realität als Besinnlichkeit. Eben, weil hier die Differenz zwischen Erwartungshaltung und Realität am größten ist, sich bereits im Vorfeld Stress anstaut, an diesem Tag als besonders hoch erlebt wird und dadurch schneller Streit entsteht. „Können wir nicht wenigstens heute eine glückliche Familie sein?!“ oder „Kann nicht zumindest heute alles perfekt sein?“ - Nee, sorry. Und besser ist Du weißt dies vorher. 

Geschenke & die Sprache der Liebe

Bezüglich der Erwartungen gibt es noch ein ganz wichtiges und spezielles Thema, das ich eben nur kurz erwähnt habe nun aber tiefer darauf eingehen möchte, da es immer und immer wieder zu Konflikten führt: Geschenke! 

Eigentlich sind diese ja dazu da, um dem Gegenüber eine Freude zu bereiten. Im Endeffekt handelt es sich bei Geschenken aber viel mehr um ein Tauschgeschäft: ich gebe dir etwas und erwarte in etwa den selben Wert zurück. Aber dieses Tauschgeschäft wird begleitet von Emotionen durch - Trommelwirbel- Erwartungen. Wir erwarten, dass sich unser Gegenüber freut und den Wert anerkennt und wir selber erwarten ein Geschenk, dass unserem Wert entspricht. Ein Klassiker den ich häufig höre ist: „Wenn er mich liebt, weiß er schon, was er mir zu schenken hat und wenn nicht, ist er nicht der Richtige!“ Hier kommt noch etwas ganz spannendes hinzu. Laut Chapman existieren 5 Sprachen der Liebe: 


  1. Lob und Anerkennung: Liebe durch Lob, Komplimente, Worte zeigen 
  2. Zweisamkeit: Liebe durch exklusive Zeit zu zwei und Aufmerksamkeit zeigen
  3. Hilfsbereitschaft: Liebe durch Unterstützung zeigen 
  4. Zärtlichkeit: Liebe durch Berührung und Nähe zeigen
  5. Geschenke: Liebe durch Geschenke von Herzen zeigen 


Bist du nun zum Beispiel Typ Geschenke, Dein Partner Typ Zweisamkeit könnte es sein, dass Du einen hohen Anspruch an die Geschenke hast, dein Partner allerdings nur wert auf die Zweisamkeit an diesem Abend legt und Geschenketechnisch kaum etwas vorbereitet hat. Du deutest es als Zeichen der mangelnden Liebe, dabei drückt Dein Partner diese nur auf eine andere Weise aus als Du. 


Hier ist es wichtig sich über diese Unterschiede und die eigenen Erwartungen und Zeichen der Liebe bewusst zu werden. Geht in den Austausch und sprecht über eure Sprachen der Liebe und eure Erwartungen bezüglich der Geschenke! Enttäuscht dich ein Geschenk, verurteile Dich selber nicht für dieses Gefühl, aber blicke liebevoll zu den anderen Sprachen der Liebe: Sagt das Geschenk so viel aus oder siehst du die Liebe auch in den anderen vier Wegen? 


Dies ist ebenfalls emotionale Intelligenz. 

Stressmanagement

ist Emotionsmanagement

Du hast Dich nun intensiv mit Deinen Erwartungen auseinander gesetzt? Und dieses auf ein realistisches Level geholt? Super! 


Stress kann und wird wahrscheinlich dennoch aufkommen, so schnell schafft man es selten sich von allen Erwartungen und inneren Bildern zu lösen und naja, sind wir mal ehrlich, mit Kindern ist es doch immer ein bisschen turbulenter. Aber ich hoffe du wirst dir nun zumindest ein bisschen weniger Stress aufgrund von Erwartungen. 


Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit die eigenen Gefühle zu erkennen, zu beeinflussen und mit diesen positiv umzugehen. 

Stress zu erkennen ist also der allererste Schritt, um diesen zu lösen.

Negative Gefühle, Enttäuschung und Stress zu erkennen ist also der allererste Schritt, um diesen zu lösen. 


Dazu ist es wichtig zu verstehen wie diese Emotionen entstehen- eben durch unsere Gedanken, Erwartungen und Bewertungen! 


Sobald eines der Gefühle auftaucht, nimm drei tiefe Atemzüge und komme an. Frage Dich: 

  • Was fühle ich und wieso? 
  • Welches Bedürfnis steht dahinter? 
  • Welche Alternativen finde ich zu deren Befriedigung? 
  • Worum kann ich meine/n Partner/in oder meine Kinder konkret bitten? 


Ist das Gefühl noch immer ziemlich stark, dann atme durch. Nimm nochmal drei tiefe Atemzüge. Passt die Lösung noch nicht oder triggert Dich etwas? 

Gehe hier auch gerne in Austausch mit Deine/m Partner/in und/oder analysiere, was das Gefühl Dir noch sagen möchte. Gerne auch mit Blick auf Deine Erwartungen und Glaubenssätze. An den Feiertagen, besonders an Weihnachten kommt oft ziemlich viel hoch. 

Und genau das kannst Du FÜR Dich nutzen statt (wie es die meisten unbewusst machen) gegen Dich. 


Ein weiterer wichtiger Punkt, um Stress und negative Gefühle an den Feiertagen zu vermeiden und zu lösen ist der Kern der emotionalen Intelligenz: Du bist dafür verantwortlich was Du fühlst, da Gefühle eine Reaktion auf Deine eigenen Gedanken und Bewertungen sind. Bewertest Du ein und die selbe Situation anders, dann fühlst Du anders. 


Du entscheidest, ob Du Traurigkeit, Wut oder Stress empfindest, weil das Weihnachtsfest und die Tage nicht so sind, wie Du es Dir wünschst oder, ob Du Dich dankend und akzeptierend auf das konzentrierst, was ist. 

Konzentriere dich also auf die Dinge, die Dich freuen, wenn Du Freude empfinden möchtest! 


Zu easy oder? Aber so effektiv! Und das Schöne: mit mehr und mehr Übung veränderst Du Deine Denkmuster und wirst bald automatisch mehr Freude empfinden- auch wenn sich rein objektiv vielleicht gar nichts verändert. 

Psychologische Prophezeiung

Aber dann kommt die psychologische Prophezeiung ins Spiel. Das was Du fühlst, die Energie die Du ausstrahlst, tritt ein. Du wirst Deine Freude mehr und mehr vermehren, weil Du Dich auf immer mehr Dinge konzentrieren wirst, die Dir Freude bringen. 


Wie wäre die folgende Übung als neues Familienritual, das ihr nun direkt an den Feiertagen einführen könnt. 


Sagt Euch jeden Morgen, vielleicht beim Frühstück oder bei unterschiedlichen Zeiten einfach per Nachricht, worauf ihr euch an dem Tag freut. 

Sagt Euch jeden Abend, beim Abendessen, wofür ihr dankbar seid. 


Probiere es aus, ein paar Wochen und du wirst mehr Freude empfinden! 


Melde es mir gerne zurück! 


Ich wünsche Dir wunderschöne und herrlich unperfekte Feiertage. 


Alles Liebe, 

Deine Jasmin  


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