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3/3 Ruhig, gelassen & innerlich Stark- eine Anleitung

Stress ist Dein treuer Begleiter in Deiner Vereinbarkeit geworden?


Wie kommst Du da nun wieder heraus? Wie kannst Du nun ruhig, gelassen und innerlich stark werden und vor allem bleiben? 


Ich teile mit Dir Auszüge aus meiner eigenen Erfahrung als „Workingmom“ und Wege aus meinem Resilienztraining, die Dich auf dem Weg hin zu einer gelassenen und starken Persönlichkeit unterstützen können. 


Mache Stress zu Deinem Freund und nutze diesen, um zu Dir zu finden. 





Sobald wir Stress empfinden ist unser Impuls: Wegrennen, Totstellen oder Kämpfen. 


Stress ist mit das letzte was wir wollen. 


Es soll leicht sein. Es soll harmonisch sein, es soll schön sein. Aber bitte NICHT stressig! 


Kämpfen wir gegen den Stress an oder versuchen wir zu fliehen, wird es in der Regel nicht besser, sondern schlimmer. 


Das erkennst Du spätestens, wenn Du völlig ausrastest und am Ende bist. 


Was dann? Was sollst Du denn sonst tun? Es einfach hinnehmen? 


Ja, so fast. Akzeptieren. 


Der erste und wichtigste Schritt ist, dass Du annimmst was ist. Es ist wie es ist. Die Situation ist wie sie ist. Deine Reaktionen sind wie sie sind und sind da, um Dich zu schützen! 


Du bist ein guter Mensch, auch wenn Du mal laut wirst. 


Der Stress und die Wut sind nicht gegen Dich, sondern für Dich. 


Ich weiß, glaubst du nicht sofort oder? 


Ich habe es früher nämlich auch nicht geglaubt. Stress soll für mich sein- ja, nee ist klar! 


Aber doch ist es tatsächlich! 


Der Stress und die Wut sind Gefühle, die dir in letzter Instanz sagen wollen: „Mensch, jetzt guck doch mal hin und ändere etwas!“. 


Sie stoßen Veränderungen an, die Du brauchst. Alleine dieses Wissen kann schon viel verändern. 


Versuche beim nächsten mal, wenn sich Stress oder Wut melden zu denken: „Hey, da bist Du ja! Danke, dass Du dich meldest. Was willst Du mir denn heute sagen? Wovor willst Du mich heute schützen?“ und ja, ich weiß, diese Art der Selbstgespräche fühlen sich etwas komisch an und sind ungewöhnlich. 


Mir ging es am Anfang nicht anders. Aber es hilft! 


Du nimmst so nämlich wahr was ist und gehst aus dem Flucht- oder Kampfmodus und gleichzeitig in Distanz zu Deinem Gefühl. 


Du bist nämlich nicht das Gefühl, sondern Du hast es. 


Ein wirklich wichtiger Unterschied! 



Du bist nicht das Gefühl, Du hast es!



Hier liegt bereits ein weiterer Schlüssel zur Lösung von Stress. 


Sehr häufig produzieren wir den Stress in unseren Gedanken. 


Vielleicht kennst du das auch? 


Schon morgens im Bett, fühlst du dich gestresst, weil du davon aus gehst, dass das anziehen und fertig machen der Kinder und deiner selbst zu einem großen Stress wird? Du bist schon gestresst, bevor die mögliche vielleicht stressige Situation überhaupt eintritt. So produzieren unsere Gedanken den Stress, bevor er überhaupt vorhanden ist und Sorgen auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dafür, dass er entsteht. 


Empfindest du nun Stress, aus Angst vor dem Stress, bist du natürlich viel weniger in deiner Mitte im inneren Frieden, sondern eben im Stress und dieser Stress wirkt sich auf Dein Verhalten auf Dein Handeln auf Dein Denken und somit auch auf die tatsächliche Situation aus. 



Was kannst Du nun tun? 



Erkenne an, dass Deine Gedanken Einfluss auf Dein Verhalten und die Situation nehmen. 


Muster können verändert werden, vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass die Situation anders wird. Und selbst wenn nicht, bringt es Dir nichts außer zusätzlichen Stress, wenn Du den Stress gedanklich produzierst, noch bevor die stressige Situation auftritt. 



Aber wie kommst Du aus dem Gedankenkarussell? 



Gehe in den Moment und in die Achtsamkeit. 

Atme bewusst drei mal tief ein und aus und zähle 10 Dinge auf für die Du dankbar bist oder auf die Du Dich heute freust. So schaffst Du Dir bereits viel mehr Gelassenheit und Freude. Hierbei gilt: Übung macht den Meister. Je häufiger Du diese Übung nutzt, desto eher geht sie in Dich und Dein Denken über. 





Und dann darfst Du natürlich zu guter letzt auch noch analysieren, wo der Stress her kommt und was Du brauchst, um diesen zu lösen. 


Welche Bedürfnisse von Dir hast Du nicht erfüllt? Oder wurde etwas getriggert, dass Du nun lösen darfst? Vielleicht Stressen Dich auch die Erwartungen anderer oder Dein eigener Perfektionismus? 


Meine Klassiker waren, dass ich es allen recht machen wollte, 1.000% Mama, 1.000% Ehefrau, 1.000% Hausfrau, 1.000% Businessfrau. 

Und -4.0000% Ich. 


Klar, dass da Stress aufkommen muss. Ich habe dann reflektiert und gesucht, was ICH denn wirklich möchte. 


Was ich MIR wirklich wichtig im Leben. 


Die Kinder, mein Mann, meine Arbeit, der Haushalt, ich selber, meine Freunde, meine Familie, meine Hobbys. 


Was ist mir WIRKLICH wichtig und wie möchte ich meine Zeit verbringen. 


Und was denke ich, was alle anderen von mir erwarten? 


Was erwartet meine Familie, mein Mann, meine Kinder, meine Klienten, meine Eltern, die Gesellschaft? 



Diese Fragen darfst du dir nun auch gerne stellen:


Was wird von dir erwartet? 


Schreibe es dir ganz konkret auf. 


Wer erwartet von dir was? 


Hierbei muss gar nicht das Objektive sein, was andere von dir erwarten, sondern was du denkst, was von dir erwartet wird. 


Was sind beispielsweise deine Vorstellungen einer guten Mutter, Ehefrau, Führungskraft? 


Was erwartest Du von Dir selber? Sammle dir einmal alles. 


Was passiert, wenn Du diese Erwartungen nicht erfüllst? 


Und dann gehe nur auf dich. 


Was ist dir im Leben wichtig? Was macht ihr Spaß? Wann bist du glücklich? Was möchtest du? Wo gibt es Schnittstellen in den Erwartungen und deinen Wünschen? 


Konzentriere dich hierauf! 


Und der ganze Rest fragst du dich nun? 


Du kannst ja nicht alles andere liegen lassen? Oder? Vielleicht nicht alles, vielleicht etwas, vielleicht das was dich am meisten stresst. 

Vielleicht kannst du dir auch Unterstützung suchen, vielleicht können Du und Dein Mann euch anders aufteilen? 



Fällt es Dir schwer Dich von den Erwartungen frei zu machen lohnt sich noch ein Blick auf Deine inneren Antreiber. Diese stammen aus der Transaktionsanalyse. Eine wunderbare Methode, ein wundervolles Tool, dass ich häufig nutze. Hier möchte ich Dir allerdings nur einen Impuls zur Reflexion mitgeben. Vielleicht findest Du Dich wieder erkennst in Zusammenhang mit den Erwartungen was Dich anreibt und welche Glaubenssätze dahinter stehen. 


Die inneren Antreiber, die Dich im wahrsten Sinne des Wortes antreiben etwas zu tun, können Dich ziemlich unter Druck setzten und enormen Stress verursachen. 


In jedem Menschen sind alle fünf repräsentiert, meist ist jedoch einer am stärksten vorhanden. Wobei auch Kombinationen aller möglich sind. Die inneren Antreiber beeinflussen das Verhalten und das Erleben. Insbesondere in Stress- oder Konfliktsituationen werden sie unpassend aktiv und können das gesamte Denken und die Ausdrucksweise prägen.


Im Grunde repräsentieren sie positive Eigenschaften 

  1. Genauigkeit (Sei perfekt!)
  2.  Freundlichkeit (Sei anderen gefällig!)
  3. Durchhaltevermögen (Streng Dich an!)
  4. Stärke (Sei stark!)
  5. Schnelligkeit (Beeil dich!)

Von Außen werden diese Verhaltensweisen auch in der Regel positiv wahrgenommen, Du für Deinen Fleiß oder Deine Schnelligkeit belohnt und anerkannt. Dahinter kann jedoch ein Zwang zu diesem Verhalten stehen. Erfüllst Du dieses Verhalten nicht kommt das schlechte Gewissen. 

Welche der 5 Antreiber treiben Dich an? Es kann einer oder mehrere und sogar alle fünf sein. 

Das Hinterfragen der inneren Antreiber führt häufig zu den dahinterstehenden unangenehmen Gefühlen und Erfahrungen. Löst Du diese auf, kann dich der Abtreiber nicht mehr steuern und zwingen, sondern du kannst fortan die Fähigkeiten nutzen, wenn du diese nutzen möchtest, anstatt Dich von ihnen unter Druck gesetzt zu fühlen. 


Möchtest du nun zum Beispiel deinen Perfektionsdrang ablegen, kann es sein, dass dich einige Zeit unangenehmen Gefühle und ein schlechtes Gewissen begleiten. Je länger du an Deinem Thema arbeitest, wirst du erkennen, dass es sich nach und nach auflösen wird. 


Möchtest Du gemeinsam an einem Thema arbeiten? Dann melde Dich gerne bei mir. 


Haben Dir diese Übungen geholfen? Dann freue ich mich von Herzen über ein Feedback! Brauchst Du mehr, um Vereinbarkeit von Kind und Karriere zu leben? Dann kontaktiere mich für ein Coaching oder nimm an einen meiner Trainings teil - ich freue mich auf Dich! 


Alles liebe, 

Deine Jasmin 











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