Vom Mentalload in die Leichtigkeit

Mentalload
Mentalload

Mentalload bewältigen und endlich alle Aufgaben unter einen Hut bekommen! Heute zeige ich Dir die besten Tools mit denen Du all Deine bisherigen Aufgaben und sogar noch mehr erledigen kannst- NICHT! Natürlich nicht. Es geht hier nicht darum, wie Du noch effizienter werden kannst, um noch mehr zu leisten. Du tust genug! 


Ich möchte Dir viel eher den Blick hinter Mentalload eröffnen, damit Du von dem Stress in die Gelassenheit kommen kannst. 



Was ist Mentalload

Mentalload bezeichnet die mentale, geistige Überlastung, die durch das Organisieren und Erledigen der täglichen Aufgaben entsteht. 


„Die eigentliche Belastung ist dabei das verantwortlich für alles zu sein. Eine Verantwortung, die in den allermeisten Fällen den Frauen zukommt. Diese Belastung kann so schwerwiegend sein, dass sie zu burnoutähnlichen Symptomen führt.“ Patricia Cammarata.

Zu dem Artikel von ihr gelangst Du über diesen Link: 

https://equalcareday.de/was-ist-mental-load/


Laura Fröhlich schreibt in ihrem Buch dazu: „Mentalload hält Frauen davon ab, sich im Beruf auf die Arbeit zu konzentrieren. (…) Es fehlen Zeit und Kraft um Führungspositionen zu übernehmen. Berufliches Weiterkommen wird Frauen durch die mentale Last erschwert.“ 

Zu der Mentalload-Expertin kommst Du über diesen Link: https://heuteistmusik.de/ 




In der Regel wird der Begriff Mentalload in Bezug auf die häufig ungerecht geteilte und immer unbezahlte Carearbeit benutzt. Allerdings kann Mentalload auch den beruflichen Bereich betreffen. Insbesondere durch meine Trainings kenne ich sehr viele Familienväter und männliche Führungskräfte die ebenfalls von dem Mentalload betroffen sind. 



Wie kommt es zum Mentalload?

Erwerbsarbeit und Carearbeit sind doch nur zwei Tätigkeiten? Ich hoffe Du erkennst die Ironie in diesem Satz ;) 


Es sind eben nicht nur zwei Aufgaben, sondern dahinter versteckt sich eine unglaublich hohe Aufgabenfülle. Ebenso versteht es sich mit Mentalload: 


Eine Aufgabe zieht im beruflichen wie im privaten häufig etliche weitere Aufgaben mit sich. Beispielsweise ist es nicht nur das Kind zum Kindergarten bringen oder das Meeting einberufen, sondern es stecken unzählige einzelne Aufgaben und Schritte hinter den jeweiligen Aufgaben. 


Das Kind in den Kindergarten bringen bedeutet: 

  • das Kind rechtzeitig wecken, 
  • Frühstück vorbereiten,
  • Picknick vorbereiten,
  • Dem Kind helfen sich anzuziehen, 
  • Dem Kind helfen Zähne zu putzen, 
  • Darauf achten, dass das Kind frühstückt und trinkt, 
  • Das Kind fragen, ob es nochmal pippi muss, 
  • Den Wetterbericht checken, 
  • Geeignete Kleidung heraussuchen, 
  • Gegebenenfalls geeignete Kleidung Dir den Kindergarten raus suchen, 
  • Das Kind anziehen, 


Das Meeting einberufen bedeutet ebenfalls mehr als nur ein Meeting einzuberufen 

  • das Thema festlegen
  • Überlegen wer teilnehmen sollte 
  • Einen Tag aussuchen, an denen möglichst alle können 
  • Eine entsprechende Uhrzeit suchen 
  • Einen Raum organisieren 
  • Verpflegung organisieren 
  • Einladungen per Mail schreiben 
  • Einladungen verschicken 
  • Nachhalten wer zusagt und absagt
  • In das Thema einarbeiten 
  • Eine Agenda schreiben 
  • Kreative Übungen überlegen 
  • Arbeitsmaterialien zusammen suchen 
  • Einen Ort für das gemeinsame Essen aussuchen 
  • …. 


Diese zwei Alltagsbeispiele sollen Dir verdeutlichen wie viel an vermeintlich nur einer Aufgabe hängt. Mit jeder Aufgabe und jedem „Ja, klar, mache ich“ steigt die Fülle und der Mentalload. 



Wie schätzt Du Deinen Mentalload ein?

Wenn Du Deine Auslastung auf einer Skala von 0-10 bewerten würdest, wobei 0 bedeutet Du hast keinerlei Aufgaben und 10 bedeutet Du bist bereits im Burnout- wo würdest Du Dich einordnen? 


Das größte Problem das ich persönlich bei dem Thema Mentalload sehe ist die häufig fehlende Lösungsorientierung. 


Ich erlebe es in meinen Trainings und Coachings so, so, so häufig, dass es so hingenommen wird oder gar nicht an den eigenen Kompetenzen gezweifelt wird. 

Wie stehst Du Mentalload gegenüber? Möchtest Du Dich auch optimieren, ein besseres Zeit- und Selbstmanagement erlangen? Damit Du all die Aufgaben noch besser unter einen Hut bekommst? Damit Du noch mehr machen kannst? Noch mehr leisten kannst? 



Lösung durch Klärung

Inneren Antreiber
Inneren Antreiber

Das Thema Mentalload und Stress sind gar nicht mehr zu trennen. Mentalload lädt Dich hier wieder ein, einen Blick auf Deine inneren Antreiber zu werfen. 


Die inneren Antreiber stammen aus der Transaktionsanalyse, die von dem Psychiater Eric Berne entwickelt wurde. Möchtest Du mehr darüber erfahren, empfehle ich Dir dieses Buch: Transaktionsanalyse der Intuition: Ein Beitrag zur Ich-Psychologie von Eric Berne. Und: Der unbewusste Lebensplan von Almut Schmale-Riedel. 


  1. Sei perfekt: Ich muss alles richtig machen und darf ja keine Fehler machen! Ich muss perfekt sein, um gut genug zu sein. 
  2. Sei gefällig: Ich muss immer zu jedem nett und freundlich sein und immer „Ja“ sagen! Hauptsache alle andern sind glücklich.
  3. Streng dich an: Ich muss immer etwas tun und Leistung erbringen! Ich darf mich nicht ausruhen, das wäre Faulheit?
  4. Sei stark: Ich muss stark sein und darf keine Schwäche zeigen! Negative Gefühle lasse ich erst gar nicht zu.
  5. Beeil dich: Ich muss mich beeilen, habe ständig etwas zu Tunnels bin im Stress! Schnell, schnell, schnell!



Hast Du beim Lesen vielleicht schon entdeckt, welcher Antreiber in Dir schlummert? In jedem Menschen sind alle fünf repräsentiert, meist ist jedoch einer am stärksten vorhanden. Wobei auch Kombinationen aller möglich sind. Die inneren Antreiber beeinflussen das Verhalten und das Erleben. 


An sich ja gar nicht so verkehrt, schließlich handelt es sich um positive Eigenschaften: 


  1. Genauigkeit (Sei perfekt!)
  2. Freundlichkeit (Sei anderen gefällig!)
  3. Durchhaltevermögen (Streng Dich an!)
  4. Stärke (Sei stark!)
  5. Schnelligkeit (Beeil dich!)


Allerdings stellen die Antreiber eine deutliche Übertreibung dieser positiven Werte dar und das Handeln nach diesen untersteht einem enormen Druck. Das heißt, dass Du das Gefühl hast so handeln zu müssen, um geliebt, anerkannt, gemocht, wertgeschätzt zu werden. 


Wie erkennst Du nun was Dich antreibt? Vielleicht ist es Dir sofort bewusst, vielleicht wird es Dir bewusst, wenn Du Dich, Deine Gedanken und Dein Verhalten beobachtest oder indem Du eine Reise in Deine Kindheit machst. Welche Verhaltensweisen haben Deine Eltern gefördert? Hattest Du das Gefühl nur geliebt zu werden, wenn Du keine Fehler machst? Oder musstest Du immer schnell sein oder Leistung erbringen? 


Das Hinterfragen der inneren Antreiber führt häufig zu den dahinterstehenden unangenehmen Gefühlen und Erfahrungen. Löst Du diese auf, kann dich der Abtreiber nicht mehr steuern und zwingen, sondern du kannst fortan die Fähigkeiten nutzen, wenn du diese nutzen möchtest, anstatt Dich von ihnen unter Druck gesetzt zu fühlen. 



Lösung durch Führungskompetenz

Neben den inneren Antreibern darfst Du zur Bewältigung des Mentalloads Deine Führungskraft nutzen. Eine gute Führungskraft macht nicht alles alleine, sondern gibt Aufgaben und Verantwortungsbereiche ab! Die Betonung liegt auf Verantwortung abgeben. Denn gibst Du lediglich die Aufgaben ab, musst die Erledigung und Ausführung allerdings bewachen, dann reduziert sich Dein Mentalload kaum merklich. 



Top-Sharing
Top-Sharing


Die Partnerschaft stellt neben der eigenen Ressourcen und familienfreundlichen Unternehmen eine der drei Hauptsäulen der Vereinbarkeit dar. 


Auch hier dürft ihr als zwei auf Augenhöhe stehenden Teampartner:innen die Verantwortungsbereiche teilen. 


Dieser Schritt wird aufgrund der patriarchalen Strukturen in unserer Gesellschaft häufig erst gegangen, wenn der Mentalload schon überhand genommen hat. 


Häufig geraten Partner mit der Elternschaft in traditionelle Rollengefüge. 

Heisst: Der Mann geht arbeiten, verdient das Geld und die Frau ist für Kinder, Haushalt, eben die Carearbeit zuständig. 


Ich ziehe hier ganz gerne den Vergleich zum Top-Sharing. Top-Sharing bedeutet, dass sich zwei Führungskräfte eine Stelle teilen. 

Beide in Teilzeit 50/50 oder vielleicht auch 40/60 oder 80/20- ganz individuell und gleichberechtigt auf Augenhöhe. 


Hierhin zu kommen ist zuallererst natürlich Einstellung, Mindset, und somit im allerersten Schritt Bewusstwerdung. 


Wie seid ihr aktuell verteilt? Erlebst Du es als Gleichberechtigung auf Augenhöhe? 


Diese kann auch bei einem 80/20 Modell erreicht werden. Wichtig ist, dass es euch beiden gut geht mit Eurem Modell. 


Gut geht es Dir, wenn Du nach Deinen Werten lebst, Deine Bedürfnisse erfüllst und Deine Aufgaben im Flow leben kannst. 


Damit meine ich nicht, dass Du jede Aufgabe lieben solltest und es permanent nur Freude bringen sollte, sondern, dass Du es überwiegend als erfüllend und vor allem machbar erlebst anstatt permanent an Deine Grenzen zu kommen und ein Workload am Limit zu Leben. 





Wie Du sofort Dein Mentalload verringern und Top-Sharing auf Augenhöhe erreichen kannst:


  • Dazu schnappst Du Dir einen Stift und einen Zettel und malst Dir eine Tabelle.
  • Links schreibst Du alle Verantwortungsbereiche, daneben alle (!) dazugehörigen Aufgaben- lass viel Platz, es wird meist sehr viel und lang, daneben die Dauer der Aufgaben und daneben wie häufig es erledigt werden muss. 
  • Ganz rechts lässt Du eine Spalte wer diesen Verantwortungsbereich samt der Aufgaben in Zukunft erfüllen wird. 
  • Es muss sich nicht auf euch beide beschränken, ihr könnt auch andere Personen mit ins Boot holen. 


Hierbei könnt ihr direkt eure mediativen Kompetenzen ausbauen! 





Wenn Dir mein Beitrag weitergeholfen hat freue ich mich sehr über ein Feedback und Deine Gedanken dazu! Hast Du Lust Dein individuelles Vereinbarkeitsmodell und Deine ideale Work-Family-Balance zu erarbeiten? Dann nimm an dem Workshop teil. Ich freue mich auf Dich! 



Alles Liebe, 

Deine Jasmin 











 

Möchtest Du mehr über die Transaktionsanalyse erfahren, empfehle ich Dir diese Bücher: 


  • Transaktionsanalyse der Intuition: Ein Beitrag zur Ich-Psychologie von Eric Berne


  • Der unbewusste Lebensplan von Almut Schmale-Riedel. 



Mehr über Mentalload und Lösungen findest du in: 


  • Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!: Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen von Laura Fröhlich 



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