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1/3 Vereinbarkeit: Wie Du vom Stress in die innere Stärke kommst


„Hilfe! Ich komme immer wieder an meine Grenzen! Vereinbarkeit schafft mich! Wie machst Du das? Du kommst doch sicherlich nie an Deine Grenzen! Bei Dir sieht das immer alles so leicht aus!“ Diese und ähnliche Sätze höre ich fast täglich und falls Du Dich das auch fragst, kommt hier die ausführliche Erklärung mit vielen Tools zur direkten Umsetzung für Dich! 


Da dieser Beitrag sehr lang geworden ist, habe ich ihn Dir in drei Häppchen unterteilt. In jedem der drei Teile steckt sehr viel Wissen und Tools sowie Übungen für Dich. 



Zu aller erst: Ich glaube, dass der Versuch nicht an die eigenen Grenzen zu kommen, keinen Stress zu fühlen, wenn wir von Erziehung und Vereinbarkeit sprechen utopisch ist. 


Ich ziehe hier am liebsten den Vergleich zu einem Konzert: die laute Musik nimmst du als positiver, es ist euch Stress, für deinen Körper ist die Lautstärke dennoch ein Strässer und er muss dagegen wirken. Denken wir nun an unser Familienleben und unsere Kinder, glaube ich kommt keiner um mindestens Lautstärke als Stressor herum.


In Familie, Beruf und Vereinbarkeit werden wir mit der Elternschaft zudem vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Oder dachtest Du, dass Elternschaft und Familienleben stressig statt märchenhaft werden? 


Es gibt einerseits die sofort sichtbaren Herausforderungen und andererseits die viel tiefer liegenden Herausforderungen. 


Sich diese Herausforderungen bewusst zu machen, ist ein sehr wichtiger Schritt zur anschließenden Klärung und Lösungsfindung. 


Auf die verschiedenen Herausforderungen möchte ich hier eingehen: 


  • Herausforderungen durch Erziehung 
  • Herausforderungen durch Partnerschaft 
  • Herausforderungen durch Beruf 
  • Herausforderungen durch Vereinbarkeit 
  • Herausforderungen durch akute Situation 


Herausforderungen der Elternschaft

Vereinbarkeit und Kinder fordern und fördern uns auf eine Art und Weise heraus, wie wir es nicht kennen. Und: Wir werden immer wieder mit neuen Herausforderungen und Abschnitten konfrontiert- auch beim zweiten Kind, denn kein Kind ist wie das andere und kein Kind bracht das selbe wie das andere. Es muss dabei auch gar nicht das Verhalten des Kindes sein, ich denke gerade an die Autonomiephase in der mein Sohn sich gerade befindet. Selbst wenn es Dir gelingt einen Wutausbruch liebevoll zu begleiten, ist die damit verbundene Lautstärke für Deinen Körper Stress und wirkt sich so oder so auch auf Deine Psyche aus. Alleine dem Stress durch Lautstärke kann sich kaum ein Elternteil entziehen. Das möchte ich an dieser Stelle einmal würdigen und eine Schweigeminute für unsere Ohren einberufen ;) Damit möchte ich auch direkt mit der Frage aufräumen, ob meine Kinder denn nie „ausrasten“ oder sich streiten- natürlich tun sie das. Es sind Kinder. Alle Kinder tun dies und das gehört zu einer Kindheit ebenso dazu wie Eiscreme und Spielen. 




Herausforderungen durch Erinnerungen

Es können auch die Herausforderungen sein, die in uns wachgerufen werden. Häufig kommen wir dank unserer Kinder wieder mit unserer eigenen Kindheit in Kontakt und erinnern uns an Erfahrungen und Erlebnisse und ganz plötzlich fühlen wir uns wieder ganz klein. Vielleicht kennst Du das, Dein Kind bekommt einen Wutanfall und plötzlich weißt Du, wie es Dir als Kind ergangen ist und wie hilflos und einsam Du Dich gefühlt hast in manchen Situationen. Manchmal kommen schlagartig Erinnerungen, typische Sätze oder Handlungen Deiner Eltern oder von Dir selbst hoch. Eine Einladung Dein Inneres Kind zu heilen. Aber eben auch NOCH eine Herausforderung on top. 





Herausforderungen durch die Partnerschaft

Ein weiterer Stressor und Konfliktherd der Vereinbarkeit von Kind und Karriere stellt die Partnerschaft dar. In der Schwangerschaft schweben Paare meist noch auf Wolke 7 und werden mit Geburt in die Realität geholt. Elternschaft wird in der Wissenschaft als Übergangskrise für die Partnerschaft beschrieben. Bei jedem Kind! Das Paar muss sich völlig neu finden und organisieren, tut es das nicht, wird die Krise als Paar nicht gemeistert, sieht es düster aus. Zu einer Familie zu wachsen ist eine sehr romantisch verklärte Vorstellung, die in der Realität sehr viel einfordert. Mediative Kompetenzen sind auch hier enorm von Vorteil. Hat das Paar die Krise vom Paar zum Elternpaar gewuppt steht auch bald die nächste Krise an. Vereinbarkeit stellt sich ebenfalls als Krise dar und erfordert ebenfalls viel von den Paaren ab. Hier offenbaren sind ebenfalls sehr viele Konfliktpotentiale. Aber auch dazwischen und mittendrin gibt es durch den erhöhten Stressfaktor weitere Streitpunkte, schließlich gilt Stress als Ursache Nummer 1 für Konflikte!





Herausforderungen im Beruf

Im Berufsleben kommen durch die Elternschaft ebenfalls völlig neue Konflikte auf uns zu, mit denen wir in der Form meist nicht gerechnet haben. Beispielsweise die tatsächliche oder gefühlte Degration: Beruflich sinkt mit der Elternschaft häufig der berufliche Wert und es kostet viel Selbstbewusstsein und Mut sich dagegen zu behaupten. Überwiegend gehen Mütter nach der Elternzeit in Teilzeit. Sich aus einer Teilzeitstelle heraus als beruflich oder Führungskraft zu behaupten wird leider nicht von vielen Arbeitgeber:innen gefördert. Auch eine Art des Konflikts und Stresspotentials! Wohlgemerkt, dass dies on top zu den üblichen Stressoren und Konfliktpotentialen kommt. 




Herausforderungen durch die Vereinbarkeit

Dabei ist die Vereinbarkeit von Kind und Karriere ohnehin eine enorme Herausforderung. Zwei Welten, zwei Rollen, unendlich viele Aufgaben und unglaublich wenig Zeit. Morgens früh aufstehen, sich selber und die Kinder fertig machen, dabei noch ein paar Wutausbrüche oder Konflikte begleiten, zum Kindergarten bringen, weiter zur Arbeit. Statt nun erstmal durchzuatmen folgen Aufgaben und Termine bis Du wieder zum Kindergarten fährst, die Kinder abholst und Zuhause auf Dich Hausarbeit und Nachmittagsentertainment warten. Hier nicht an seine Grenzen zu stoßen ist unrealistisch. 




Herausforderungen durch akute Situationen

Dank meiner Ressourcen lebe und liebe ich meinen Alltag zwischen Kind und Karriere. Es erfüllt mich! Allerdings gibt es auch bei mir immer wieder Situationen die mich herausfordern. Situationen in denen ich das Gefühl habe einen emotionalen Brand nach dem nächsten zu löschen. Zuletzt kam die wochenlange Dienstreise meines Mannes mit einer starken Erkältung der Kinder und meinerseits zusammen. Wenn es einem selber schlecht geht, es zwei kleinen Kindern schlecht geht, keinerlei Unterstützung im Umkreis von 400km zu finden ist, dafür aber berufliche Termine und Aufgaben warten ist dies auch für mich eine große Herausforderung. Liegengebliebene Arbeit mit zwei Kindern nachzuarbeiten funktioniert, Überraschung, auch nicht ganz so easy peasy. 




Meine Herzensangelegenheit

Nun habe ich den beruflichen Vorteil und kann mit diesen Situationen so umgehen, dass sie mich stärken und zu meinem Vorteil werden. Ja, das geht tatsächlich. Dich ebenfalls dahin zu bringen ist mein Herzenswunsch! 


In diesem konkreten Falle durfte ich durch die Herausforderung lernen, dass alles liegenbleiben darf und das auch Raum haben darf. Ich durfte lernen eine Auszeit zu nehmen und mir völlige Ruhe gönnen. Im Endeffekt bin ich sogar zu der Überzeugung gekommen, dass die Erkältung nötig war, um mich zu erinnern mir ganz bewusst Pausen zu schaffen. Im Alltag bin ich so oft im Flow- allerdings ist auch positiver Stress Stress für den Körper. Nun darf ich noch mehr auf mich achten. Ich habe diese Herausforderung genutzt, um zu wachsen und zu lernen, anstatt mich zu stressen und irgendwie doch alles zu regeln.




Coachingübung für Dich

Wie Du aus den Herausforderungen gestärkt hervorgehen kannst, erfährst Du im nächsten Teil. 


Um Dich nicht völlig in der Luft stehen zu lassen schließen wir den ersten Teil mit einer Coaching-Übung für Dich ab. 

Nimm Dir einen Stift und einen Zettel und notiere Dir die eben genannten Bereiche: 


  • Familie/Kinder/Erziehung 
  • Partnerschaft 
  • Beruf 
  • Vereinbarkeit 
  • Akute Situationen 

Nun schreibe zu jedem der Bereiche Deine Herausforderungen, Stressoren und Konflikte auf. Mache Dir sichtbar, was Dich belastet. 
Und nimm es an. Erstmal ist es so wie es ist und das gehört zu dem Prozess dazu. 

Grenzen und Herausforderungen sind dazu da, um an ihnen zu wachsen. Schließlich möchtest Du Dich weiterentwickeln- ohne Herausforderungen wird keine Entwicklung angetrieben. 
Es darf sein wie es ist und es darf sich herausfordernd anfühlen. Daran kannst Du wachsen. 

Vielleicht erkennst Du in Deinen Konflikten, Stressoren und Herausforderungen ja bereits Muster? Häufig spielen die selben unteren Schichten des Eisbergs in die sichtbaren Konflikte und Stressoren hinein. 

Benötigst Du darüber hinaus Unterstützung bei der Lösung Deiner Stressoren und Konflikte rund um Vereinbarkei? Über das Kontaktfeld und kann easy über WhatsApp oder Instagram kannst Du mich erreichen. Ich freue mich auf Dich! 


Alles Liebe, 

Deine Jasmin 








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